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04. Dezember 1930

Deutscher Kinostart “Im Westen nichts Neues”

Die Verfilmung des 1929 erschienen Romans von Erich Maria Remarque gilt als einer der frühesten Klassiker des amerikanischen Tonfilms. Bis heute zählt “All Quiet on the Western Front” unter der Regie von Lewis Milstone zu den herausragenden Anti-Kriegsfilmen.
Am 21. November 1930 wird die US-Produktion von der Obersten Filmprüfstelle zugelassen, kurz darauf findet die deutschsprachige Kinopremiere im Ufa-Theater “Mozartsaal” am Nollendorfplatz statt. Die Nationalsozialisten mobilisieren rasch Proteste gegen den pazifistischen Film: SA-Leute setzen Mäuse im Kinosaal aus und legen Stinkbomben, Reichstagsabgeordnete der NSDAP nutzen ihre parlamentarische Immunität aus und verdrängen das Publikum aus dem Lichtspielhaus, Joseph Goebbels hält eine Hetzrede auf dem Wittenbergplatz. An den folgenden Tagen können die Filmvorführungen nur unter massivem Polizeischutz stattfinden.
Bereits am 11. Dezember wird dem Film “aus Sicherheitsgründen” die Zensurfreigabe von der Obersten Filmprüfstelle wieder entzogen. Die Ereignisse haben nicht nur Folgen für den Mozartsaal, sondern insbesondere für den jüdischen Kinobetreiber: Hanns Brodnitz gerät ins Visier der Nazis und wird im September 1944 in Auschwitz vergast. Im Januar 1933 wird der Film vom Hitler-Regime schließlich gänzlich verboten.

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