Entwickelt wird die Daktyloskopie, griechisch für “Fingerschau”, von dem tschechischen Universalgelehrten Johann Evangelista Purkinje. Der Fachwelt wird er mit seinen Arbeiten zur Physiologie des Sehens sowie seinen Studien zum Tastsinn und zum Schwindel bekannt. Als erster klassifiziert der Freund Goethes und Übersetzer Schillers die verschiedenen menschlichen Fingerkuppen. Seine Ergebnisse werden am 22. Dezember 1823 publik. “Nach ungezählten Beobachtungen habe ich neun bedeutende Mustertypen auf den Endgliedern der Finger gefunden”, heißt es darin. “Ich beschreibe sie im folgenden, auch wenn die Übergänge zwischen den Typen unscharf sind.”Purkinjes Erkenntnisse dienen dem britischen Hautarzt und Erbforscher Francis Galton als Grundlage für eine weitaus spektakulärere Entdeckung: In seinem Buch “Fingerprints” weist er 1892 nach, dass jeder Mensch eine ganz individuelle Prägung der Fingerkuppen aufweist. Selbst bei eineiigen Zwillingen sind sie nicht identisch. Seinen unverwechselbaren Fingerabdruck behält der Mensch sein Leben lang.